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Januar 2006 gab’s die erste Rundmail: wer fliegt mit zum Nordkap? Große Begeisterung, zahlreiche Anmeldungen, am Ende blieb ein harter Kern von 8 Piloten. Ungleiche Charaktere, unterschiedliche Ausbildungs- und Qualifizierungsstände - und alle hatten nur eins im Sinn: Fliegen! Am 19.Juni 2006 ging’s nach einigen Vorgesprächen los. Geplant war über Norwegen hoch zum Nordkap, dann über Schweden und zurück über Dänemark nach Hamburg. Um es vorwegzunehmen: wir haben es nicht bis zum Nordkap geschafft. Auch Norwegen war vom Wetter her nicht angesagt, also erkundeten wir Schweden. Erste Etappe: Hamburg – Kaldred (Dänemark) - Visingso (Schweden). Ein Flugplatz, wie man ihn wohl selten findet. 2 gepflegte Grasbahnen, direkt am Strand, glasklares Wasser - Natur pur. Aussteigen, Zelt aufbauen, grillen und fliegen. So vergingen die ersten beiden Tage - wir mussten noch auf eine Maschine warten, die später aus Hamburg nachkommen wollte. Dann gings zum Verkehrsflughafen nach Jonköping (tanken) um anschließend weiter nach Norden vorzustoßen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die „Charly-Mike“ flog ca. 30 Minuten vorweg und machte den „Wetter-Scout“. Wir waren in der Luft nicht nur mit der Flugsicherung sondern auch untereinander ständig in Verbindung. Nach 1,5 Stunden meldete die „Charly-Mike“: „Umdrehen, hier geht nichts mehr.“ Wir einigten uns schnell zur Landung in Köping, einem kleinen Flugplatz, den wir kurz zuvor überflogen hatten. Die Aufregung dort war groß - 4 Flugzeuge aus Deutschland auf einen Schlag an einem Platz, wo kaum Betrieb war. Der Empfang war sehr freundlich, wir durften sogar das Clubheim zur Übernachtung nutzen und wurden von den dort ansässigen Fliegern mit in den Ort genommen, wo der Tag mit einem vorzüglichen Essen und Live-Fußball ausklang. Am nächsten Tag ging es weiter nach Abra (gesprochen „Abro“), eine kleine feine Graspiste mit viel Wald drum herum (und ordentlichen Auf-/Abwinden !), die wir als Basis für kleine Ausflüge zu anderen Plätzen nahmen. Die Piste war im Privatbesitz eines Schweden, der selber eine Cessna 172 besaß. Es gab fließend Wasser, eine kleine Tankstelle, eine Toilette, das Baden im See sowie die Landungen waren gratis – was will man mehr? Als der Schwede seinen Hangar öffnete um seine Cessna zu zeigen, staunten wir nicht schlecht. Nicht über die Cessna, nein, über diverse grüne Kisten und Kabelrollen. Das schwedische Militär stellte dem Platz eine komplette, mobile Anflugbefeuerungsanlage zur Verfügung – innerhalb weniger Stunden aufzubauen für Nachtflüge... Von Abra ging’s weiter nach Mohed. Die Besatzung der „Romeo-Oskar“ hatte dort tagsüber bei einem Besuch Kontakt zu schwedischen Sky Divern geknüpft, die dort abends Mid-Sommer feiern wollten. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen! Der Empfang dort ließ keine Wünsche offen. Kaum stand der Prop und die Kabinentür war entriegelt, hatte man schon ein kühles Bier in der Hand, überreicht von einer hübschen Schwedin. Zuvor gab es aber noch diverse Rundflüge mit den Fallschirmspringern zu absolvieren, bevor man in den „Bier-Genuss“ kam. Es ist schon ein einmaliges Erlebnis, wenn es fast 01.00 Uhr nachts ist, und der Himmel ist hellblau... So gab es auch noch diverse andere Stationen, bis wir wieder nach Hamburg zurückgeflogen sind. Man lernt von jedem immer etwas dazu, bleibt in Übung mit Landen auf großen Flughäfen, Routenplanung, Flugpläne einreichen, Wetter einholen, Funk und Navigation in fremden Terrain mit VOR und GPS... und letztlich macht es einfach Spaß, einmal etwas anderes zu sehen, als immer nur Hamburg von oben. Schweden, extrem grünes Land mit freundlichen Menschen, ich/wir komme(n) sehr gerne wieder! Der Weg ist das Ziel – Ergo Volamus! Ricklef Minssen
Schwedens abwechslungsreiche Landschaft Der Sandstrand – nur 3,00 m entfernt
Formationsflug über Schweden Mid-Sommer: ... der Sonne entgegen
Schauer mit Regenbogen Tagebau als Theater
Flugplatz Abro – direkt an der Waldkante Happy landing - Ende eines Fliegertages |